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Hoch lebe die Farm der Tiere!

Ein wunderschöner Tag. Bauchkrämpfe.

Natürlich sind diese zwei Dinge absolut unverbunden. Aber irgendwie bin ich nicht in der Stimmung, den Sonnenschein zu geniessen. Dies ist untypisch, in etwa so untypisch wie meine Stimmungsschwankungen, und alles geht Hand in Hand.

Heute abend ist die Premiere. Animal Farm. Wochenlang habe ich mich darauf gefreut. Momentan ist es schwer, diese Euphorie wieder heraufzubeschwören. Ich kann mich immer auf meine Freunde stützen - ihre Laune wird mich wieder anstecken. Heute abend will ich lächeln.

Der Tag lebt!
Der Boden krabbelt, die Luft summt, die Sonne kitzelt auf der Haut und der Löwenzahn lächelt sein fröhlich-gelbes Blütenlächeln.

Ich bin ganz in schwarz - so wollen es die Vorschriften im Theater, die Musiker tragen schwarz - und es passt überhaupt nicht zum Tag, es passt nicht zur Luft, zur Wärme, zur Sonne, und es ist trotzdem, was ich fühle.

Nächstes Jahr möchte ich nicht mehr Musikerin sein. Nächstes Jahr will ich endlich, endlich schauspielern. Ich wollte schon dieses Jahr, ich war an den Sprechproben, ich sprang ein für die Leute, die fehlten, spielte ihre Rollen, lernte deren Text per Kurzzeitgedächtnis ein paar Minuten bevor ich ihn sagen musste. Es war natürlich auch die Erfahrung wert, und es war ein tolles Gefühl, Dinge zu hören wie-

"Es ist irgendwie gruselig, du kannst meinen Text besser als ich." (eine Hauptrolle)

oder

"Wenn jemand fehlt bei der Aufführung, du kannst jede Rolle spielen!" (witzelnd/der Regisseur)

aber es war doch irgendwie schwer, dass über meinem Kopf entschieden wurde, dass es mir nicht erlaubt wurde, die Bühne zu betreten. Weswegen? Wegen der Musik. Weil der Musikleiter und der Regisseur sich abgesprochen haben, und der Musikleiter darauf bestanden hatte, er würde mich als Trompete brauchen. Bühne liegt nicht drin.

Steppenweise war ich wütend, frustriert, demotiviert, in dieser Reihenfolge.

Schlussendlich habe ich natürlich trotzdem Freude daran, mich zu beteiligen, wenn auch nur in der Musik, es ist trotzdem toll, trotzdem die Sache wert. Aber das war das letzte Mal, das ich das hier tun werde. Auch ich würde gerne die Bretter entdecken, die die Welt bedeuten. Wenn auch nur im Schülertheater, wenn ich auch nur noch in der nächsten Produktion die Gelegenheit habe.

Aber ich will, und ich weiss ich kann.

Oh? Die Bauchkrämpfe sind verschwunden.
2.4.11 14:53
 
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chaste & yvi