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Verliebt sein, nervös sein


secrets I have held in my heart
are harder to hide than I thought
maybe I just wanna be yours


Was kann ich schon sagen? Ich falle immer noch. Und diese neue Verliebtheit verwandelt mich in ein peinlich nervöses Wrack. Frau ist doch nicht mehr 16! Und doch.

Mein Appetit ist mir ein wenig abhanden gekommen, diese letzten 3 Tage. Essen muss ich mir beinahe aufzwingen. Wie kann das sein, dass dieses "ich bin mir ziemlich sicher, dass du mich magst, aber magst du mich wirklich?" Gefühl mich wieder mitnimmt, als wäre ich 8 Jahre jünger?

Frau muss sich wieder unter Kontrolle kriegen.

Frau kontrolliert gerade eben gar überhaupt nichts.

(Abgesehen davon, zu überprüfen, wie häufig du online kommst bevor du auf die letzte Nachricht antwortest.)

Ja. Eben. Halt. Ich weiss! Tut mir auch leid! Ich werde heute mein Taschentelefon zuhause lassen, wenn ich nachmittags in die Stadt gehe mit meinen Freunden. Dann kann ich es wenigstens für eine Weile lang lassen, facebook dot com für seinen eigentlichen Zweck des Stalkens zu verwenden.

Hoffentlich kommt mein Appetit wieder zurück, und zwar bald. Nicht essen ist nicht gut. Und ich mag ja Essen! Es ist zu seltsam, dass ich mich auf einmal dazu zwingen muss, eine Mahlzeit einzunehmen. Gefällt mir gar nicht. Wer glaubst du, wer du bist, dass du mir den Appetit nehmen darfst!

(I didn't sign up for this!)

Dann noch, wenn ich dir zu direkt bin, entschuldige ich mich, klar, aber es tut mir nicht wirklich leid. Um den heissen Brei herumreden hat noch nie jemandem geholfen, ist sowieso eine Verschwendung meiner Zeit. Also bin ich direkt, und du musst dich eben damit abquälen, weil ändern wird sich das nicht.

Also, willst du mal in die Stadt, einen Kaffee oder Tee trinken, mit mir? Sollte doch eine ganz einfache Frage sein! Vielleicht überlegst du dir, wie du auf eine witzelnde Art antworten kannst, die dich nicht verletzlich dastehen lässt.

Vielleicht bist du genauso nervös wie ich. Und natürlich, ich weiss, du hast nicht viel Zeit dieses Wochenende. Werde ich dir also lassen. Zeit.

Ich wünschte, ich könnte mich trainieren, nicht ganz so häufig an dich zu denken, aber das liegt völlig ausserhalb des Bereichs meiner Möglichkeiten. Wusstet ihr, dass Liebe im Gehirn wie Sucht aussieht? Immer mehr, immer mehr.

Wie blödsinnig! Mutter Natur verabreicht mir eine Sucht nach einem anderen Menschen! Schon wieder! Das hat noch nie gut geendet für mich, verdammt.

Also. Durchatmen. Wird schon schief laufen.

Und wenn es gerade läuft, dann tut es eben das. Bringt ja nichts, sich deshalb halb in den Wahnsinn zu treiben, bevor es passiert.

Ich hänge ein wenig zwischen allen Stühlen, bin ein wenig verloren, ein wenig entgeistert davon, wie schnell ich mich vollkommen aus dem Gleichgewicht hab bringen lassen. Und es ist schön! Manchmal. Manchmal, manchmal ist es schrecklich.

Für alles immer ein Gleichgewicht. Das erste Stadium der Verliebtheit: himmelhochjauchzend, zutodebetrübt. Vollkommen durchgeknallt, aber da geb ich den Hormonen die alleinige Schuld, dafür kann ich wirklich nichts, und ach, es ist schon aufregend, auf eine Art.

Wie konnte ich mich nur so leicht überzeugen lassen, dass ich dich mag! Eine Nacht gemeinsam durchgetanzt, jede Menge Witzchen, und ein Grinsen, das meine Wangen schmerzen liess. Ein Glass Wein zu viel. Vier Umarmungen. Ein paar belanglose Gespräche über das Taschentelefon während den Arbeitszeiten.

Und schon bin ich hier. Das ist alles, was bisher in diesem Rezept steckt. Das ist es, was mich meinen Kopf verlieren lässt.

Nun, noch hast du keinen Spitznahmen für meinen Blog abgekriegt (ich überlege noch), also kann es nicht zu Ernst sein. "Der Engländer" ist mir irgendwie zu fantasielos. "Sarkasmuskönig", zu lang und zu negativ. Ich könnte mir natürlich deinen Spitznamen aus der Sekundarschule leihen und dich "Hobbit" nennen, aber na ja. Gerade liebevoll hört sich das auch nicht an.

Es gilt! Meinen Kopf wieder einfangen, mich ein wenig zurechtweisen, ein paar Kekse essen, und dann auf den Weg. Weg, vielleicht, von all diesen Nervöseleien. Ich hoffe, dass Taschentelefon zuhause zu lassen heisst, meine Anspannung zuhause zu lassen.

Schön wär es ja. Dann sollte ich vielleicht auch gleich das Taschentelefon für das ganze Wochenende ausgeschaltet haben...
22.4.17 13:43


So fällt man sich wieder, im Frühling

'Of all sad words of tongue or pen, the saddest are these, 'It might have been.'

~

in the morning when I wake
and the sun is coming through
oh, you fill my lungs with sweetness
and you fill my head with you


Ich falle zu schnell, ich habe keinen Boden unter meinen Füssen mehr. Plötzlich wird frau bessessen davon, Nachrichten auf meinem Handy anzuschauen, den ganzen Arbeitstag damit verbringen, dir hinterherzuträumen.

Das war so nicht geplant.

Erst vor kurzem hab ich mich noch verbrannt an diesem Feuer, und nun entfache ich die Kerze erneut. Das war so gar nicht geplant. Ich schaue die Kerze an, und ich denke mir, ich brauche mehr davon, mir ist viel zu kalt, ich brauche ein richtiges Feuer--

ach, verdammt.

Plötzlich geht es viel zu schnell. Dann ist da Wildfeuer, und der Wald in meinem Herzen ist zu trocken, den brennt es komplett nieder, dann finde ich mich mit Asche wieder, für einen erneuten Neuanfang.

(Ich denke mir schon, wenn es schief läuft, ich bin dreimal gebrannt worden, klar will frau Optimist sein, aber irgendwo muss man auch vernünftig sein, du wirst mich wohl brennen, und es gibt nicht viel, was ich tun kann, was ich tun will, jetzt gerade.)

Es ist eine Box voller Klischees, aber mein Herz rast. Ich kann mich nicht mehr richtig beruhigen, wenn ich an dich denke, wenn ich daran denke, dass du noch nicht zurückgeschrieben hast, wenn ich daran denke, dass es vielleicht nicht so ernst ist, dass ich zu weit gehe mit meiner Kerze, dass du mich nicht mehr willst wenn du erst weisst, was genau mich haben überhaupt heisst.

Aber es ist Frühling. Die Blumen, die Sonne, das Vogelgezwitscher, es spornt an, und du bringst mich zum Lachen; was will man mehr? Erzähl mir mehr Witze, bevor es zu spät ist. Lass uns profitieren von jedem Moment, in dem ich nicht weiss, was wir sind, oder was wir werden.

Du könntest die Zukunft sein. Und wenn nicht, dann immerhin eine schöne Erinnerung.

Umarmen kannst du auf jeden Fall. Ich bin ganz durstig nach diesen Umarmungen, möchte mehr davon, möchte schauen, wie weit ich gehen kann mit dir, ob du mich auffängst, wenn ich von dieser Klippe springe (mein Herz rast, ich habe solche Angst, verdammt).

Ich will, ich will, ich will.

Du bist mein Frühlingsflirt, mein kleines Abenteuer. Und danach, dann müssen wir sehen, ich würde mich freuen, dich öfters zu sehen, hey, willst du das?

So falle ich wieder. Wieder, wieder, wieder. Ich habe schon halb nicht mehr daran geglaubt, aber mittlerweile glaube ich auch, mein Herz ist unverwüstlich. Herzzerreissende Enttäusching, Bitterkeit, Wut und Trauer, auf viele Weisen, das Ganze ein paar mal wiederholt, ich dachte, dieses Mal ist's vorbei, mein Herz ist auf dem Boden, ich habe mich gesammelt, ich habe gedacht--

falsch gedacht!

Auftritt: du, mit deinen Pausbacken und deinen Engelslocken. Ganz süss, aber ganz und gar nicht meins, so im Allgemeinen - aber du kommst an, mit deinem Humor, mit deinem leichten Geplänkel, es ist so leicht, dass ich es kaum spüre (deine Hand an meinem Rücken), und ich denke mir, ich mag dich, ich kann gar nicht aufhören zu grinsen, da fangen die Wangen an zu schmerzen vor lauter Lachen.

Ich mag dich.

Und das allein überrascht mich schon; es geht zu schnell, und zu langsam, aber vor allem zu schnell, ich kann die Handbremse nicht mehr hochziehen, die steckt fest, mein Fuss auf dem Gaspedal, ab und in den Abgrund!

Vielleicht kommt ja alles gut, am Ende.

Vielleicht tut es das nicht.

Ich mag dich.

Und mehr als das habe ich jetzt nicht.
20.4.17 19:49


Wie übersetzt du

Die Idee vom Weggehen hinterlässt diese Anspannung; ich kann sie nicht schütteln, kann sie nicht begründen, aber sie ist da. Fast ein wenig Angst dazugemixt, nur ein Löffelchen, zwei vielleicht, dann ein wenig Sorge, und unterbewusste Unzufriedenheit, und mein Magen ist in Knoten, nicht mehr zu entwirren, auf jeden Fall nicht so einfach, hey du!

Hilf mir doch mal!

Ich erkenne das Gefühl. Es ist das "ich bin gerade zu hause, ohne Verantwortung, und ich liebe diese Menschen so sehr, ich will nicht zur Uni gehen", es ist das "es ist gerade so gemütlich", es ist das "ich will der Welt nicht in die Augen blicken jetzt gerade", es ist, als ich 12 bin und am Sonntagabend nicht der Woche entgegentreten will, als wäre Montag ein Feind, vor dem sich zu fürchten ist.

Eine Woche Ferien. Zehn Tage, sogar. Und jetzt wieder dieses alte Gefühl.

Morgen ist's vorbei. Zurück zur Arbeit; und ich hasse meine Arbeit nicht, stehe nicht ungerne auf, nein, im Gegenteil, ich mag diesen Ort und diese Menschen (auch wenn ich ausgebeutet werde, lächerlich unterbezahlt bin).

Dennoch.

Ich will nicht gehen. Ich will hier nicht weg. Ich bin doch zuhause.

Ist es der Ort? Oder vielleicht doch eher die Bindungen?

Mein Kater, meine Familie, Freunde, teilweise schon ewig nicht mehr gesehen (viel zu lange her), teilweise erst vor Kurzem. Es ist schön, hier zu sein. Ich habe es genossen. Nun kann ich es nicht mehr geniessen - bald schon muss ich mich auf die Socken machen, und die Bange und Besorgnis schnürt mir alles ab, ich kann kaum noch atmen, ich weiss nicht genau, warum, ich möchte mir gar nichts zugeben.

Unterbewusst ist es versteckt, und ich möchte nicht daran graben.

(Ich werde lange nicht mehr nach hause kommen, wenn ich jetzt gehe.)

Ach, die Zukunft, sie macht mir wieder Angst, ich kann diese Ungewissheit nicht ausstehen manchmal - Möglichkeiten, unentdeckte - Türen, die sich auf grosse Dinge öffnen, und Türen, die geradewegs in einen Abgrund führen - nun, das Leben ist ein Spiel, und wer nicht wagt...

Es wird Zeit, wieder abzufliegen. Hab keine Angst. Wir werden unseren Weg finden, irgendwie.

I want a Sunday kinda love, hat sie gesungen, und ich habe gesagt, ich fände das schön.

a sunday kinda love


Wie übersetzt man denn "anxiety"? Es ist ein Wort, das dieses Gefühl zusammenfasst. Ein wenig Angst, viel Bange, viel Beklommenheit, viel Sorge, alles in allem, eben - anxiety. Sonntagabendangst aus meiner Grundschulzeit.

Als würde der Alltag mir Angst machen. Aber das tut er doch nicht! Auf jeden Fall nicht, wenn ich da bin, wenn ich im Alltag stecke, ich fürchte mich vor nichts.

Nur vor der Zukunft. Vor der Ungewissheit.

Ja.

Und das ist eben schon eine grosse Angst, zu gross, als dass sie einfach an mir vorbeirutschen könnte ohne mir den Atem ein wenig abzuschnüren.
18.4.17 09:59


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