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Schreib, was weh tut


second thing second
don't you tell me what you think that I can be
I'm the one at the sail, I'm the master of my sea


Manchmal ist es schwer, zu sagen, was gerade fehlt. Aber dieses Gefühl, das Etwas, irgendetwas, fehlt, das ist leicht zu fühlen.

Es fehlt was.

Meine Arbeit ist nicht anstrengend genug. Ich langweile mich. Ich sitze rum und kann mich kaum motivieren, was anderes zu tun als meine Zeit kreativ zu vertreiben.

Ich bin jung und will viel mehr. Ich will, verdammt noch mal, herausgefordert werden, das ist doch wohl nicht zu viel verlangt! Ich langweile mich. Tu was. Gib mir was zu tun.

Meine Gefühle sind meine Probleme, und meine Verantwortung. Und da ist dieser Frust; da ist eine gewisse Furcht vor allem, was unsicher ist, worauf ich mich nicht vorbereiten kann, was aber kommt, ganz bestimmt.

Ich bin Alice, ich frage die Katze nach dem Weg, aber ich weiss nicht wohin ich will.

"Dann spielt es auch keine Rolle, in welche Richtung du gehst," sagt die Katze. Es ist wahr. Es überfordert mich. Brauche ich eine Richtung? Brauche ich mehr Motivation?

Ich vermisse euch. Das ist eine altbekannte Melodie. Kennen wir. Vermissen, das ist Teil davon, war es schon immer. Von diesem Leben, das Landesgrenzen überquert. Ein bittersüsser Aspekt. Dunkle Schokolade.

Ich vermisse euch. 80 Prozent Kakao.

Es zieht, irgendwo, im Herzen. Ich habe keine Geduld für dich, keine Geduld für mich, keine Geduld-- Menschen frustrieren mich. Ich liebe Menschen. Menschen, Menschen.

Manchmal lacht mich jemand an und der Moment ist Magie.

(Ich denke an die Art, wie du mich angelacht hast, gestern.)

Vielleicht möchte ich auf allen Hochzeiten tanzen, und schaffe es zu keiner deswegen. Gib mir was. Gib mir ein Ziel. Wieso kriege ich keine Ziele mehr? Wofür arbeite ich?

Eine Ameise, die nichts zu tragen findet, ist allen egal. Dem Vogel, dem Wald, dem Wanderer. Egal, egal. Das Universum schaut zu, ohne Miene zu verziehen.

Bloss die Ameise ist gestresst durch Mangel an Stress.

Das bin ich.

Administrativchaos liegt vor mir. Ich seh's schon kommen, deutlich und beunruhigend. Sturmwolken am Horizont. Blut und Kummer und ich möchte tanzen, möchte singen, möchte weinen, ich weiss nicht, was ich will, ich will alles, ich will nichts.

Was wissen wir schon?

Was können wir schon wissen?

"Manchmal denke ich, es ist Bullshit. Aber irgendwie ist es doch schön."

Ich drehe mich im Kreise. Ich möchte mehr als was ich habe. Ich möchte aufsteigen, Flügel ausbreiten, mich in Gefahr stürzen. Mein Herzschlag rauschen hören.

Gib mir was.

Ich weiss nicht, was ich will.

Schreib den blöden Schmerz, oder so ähnlich. Hemmingway, oder so ähnlich. Heute ist meine Laune nicht wirklich gut. Kommt vor. Kommt eben vor.
6.7.17 15:37


Einsichten (I'll forget you and it's sad)

Heute habe ich etwas eingesehen. Nämlich, dass keine Antwort auch eine Antwort ist. Dass Menschen mit dir sprechen, auf dich antworten und auf dich eingehen, wenn sie das wollen.

Und wenn sie das nicht tun, ist das eine deutliche Sprache. Keine Antwort.

Es spielt keine Rolle, dass es dich noch gibt, denn du könntest genauso gut nicht mehr existieren. Wir kennen uns kaum, und das ist die Wahrheit. Awkward acquaintances. Ich habe deinen Witz vermisst; unsere Gespräche; und dann, als ich dich wieder sah, war schnell klar, dass ich keines davon wieder erleben werde wie zuvor, als du noch mit mir geschäkert hast ohne es zu wollen, oder so, wer weiss das schon.

Du könntest genauso gut nicht mehr existieren. Es gibt nichts, dass du mir noch zu bieten hättest. Nicht Freundschaft, denn wir wissen ja kaum noch, wie wir zueinander reden könnten, wir haben die Worte halb verlernt, brauchen etwas zu viel Distanz zwischen uns, damit wir noch atmen können.

Nicht Freundschaft, und bestimmt nicht mehr. Denn "mehr" - wenn ich die Freundin wäre, in diesem Szenario, hätte ich dich in Stücke gerissen. Da ist nicht genug Respekt, nicht genug Zeit, nicht genug. Nicht genug.

Ich hasse dich nicht.

Ich hasse, wie ich mich gefühlt habe deinetwegen.

Wie eine kleine Idiotin, die sich in die Irre hat führen lassen, als hätte ich zu viel getrunken und dann zu viel gesagt, und ich habe meinen Stolz, ich habe viel zu viel davon, das werde ich dir nicht so leicht vergessen.

Aber irgendwann werde ich es. Vergessen. An dich zu denken bringt mir nichts; was ich vermisse, gibt es nicht mehr, denn das warst du zu einer anderen Zeit, als du mit mir auf eine andere Art geredet hast. Vielleicht mit unguten Absichten, vielleicht ohne gross darüber nachzudenken. Es wäre interessant, zu wissen, was du dir dabei gedacht hast, aber ich glaube, dass du dir selbst nicht ganz im Klaren bist darüber. Dass du dich selbst belügst, wie wir alle das tun, manchmal.

(Ich möchte dich sezieren, aber ich weiss, dazu hast du keinen Mut.)

Gestern habe ich noch gedacht, ich sollte dir schreiben. Dir sagen, dass, wenn wir wirklich Freunde sein wollen, dann sollten wir uns mal zusammensetzen und uns unterhalten, ganz ehrlich.

Aber dann habe ich die Idee in kleine Stückchen zerrissen. Ich muss dir nichts schreiben. Ich weiss, was du antworten würdest: nichts. Keine Antwort ist auch eine Antwort. Jetzt, gerade, tut es weh.

Das Potential, weisst du? Du hättest wer sein können, für mich. Aber das ist alles auseinandergefallen, und das ist traurig. Jetzt bist du eben niemand für mich. So wird es sein. Vielleicht muss ich noch ein wenig trauern, bevor ich weitergehen kann.

Das ist in Ordnung. Ich bin viel stärker als das. Ich brauche dich nicht, insbesondere dann nicht, wenn du niemand bist.

Ich werde dich wohl noch ein paar Mal sehen; und wir werden wohl noch ein paar belanglose, oberflächliche Gespräche führen, in denen wir beide so tun, als hätten wir keine Emotionen, als würden zwischen uns nicht ein halbes dutzend Tote liegen. Unausgesprochenes, eben.

Das Leben schreibt so häufig Geschichten mit dummen Enden, in denen nichts gelöst und nichts erklärt wird, in denen wir einfach weitermachen müssen, mit Chaos im Kopf und im Herzen, wohlwissend, dass es irgendwann vorbei sein wird, und wir einfach gehen müssen, weiter und weiter, bis das nächste Chaos in unsere Köpfe und unsere Herzen eingepflanzt wird.

Ich hasse dich nicht. Du müsstest wer sein, damit ich dich hassen könnte. Das Gefühl ist bittersüss wie hochprozentige Schokolade. Ich hasse dich nicht. Aber das traurige ist ja, dass ich dich hätte lieben können, in einem alternativen Universum, und was wäre dann wohl aus uns geworden?

Denkst du, wir wären ein wunderschönes Wrack gewesen? Ein Schiff, ein Eisberg, der Meeresgrund? Vielleicht. Oder vielleicht wären wir nur eine Mischung Menschlichkeit gewesen, mal schön und mal hässlich, am Ende wohl hässlich. Am Ende passen wir wohl nicht gut zusammen.

Auch wenn es am Anfang so gut ausgesehen hat.

Hoffentlich hat das Leben auch ein paar dieser dummen Liebesgeschichten für mich, die ein besseres verdammtes Ende haben. Ich möchte nicht immer nur resignieren, wenn es zu Ende ist. Die Menschen zu lieben und dann aufgeben zu müssen ist hart genug.
1.5.17 20:08


Wie man: ihn NICHT vermisst

Jetzt ist es ziemlich genau 2 Tage her, dass ich endlich von ihm gehört hat, dass er eine Freundin hat. 2 Tage, seitdem ich mit ihm geschrieben habe. 2 Tage, seitdem ich zuletzt einen Piep von ihm gehört habe.

see, I’m true, my songs are where my heart is
I’m like glue, I stick to other artists
I’m not you, now that would be disastrous


- you need me, man, I don’t need you at all -
they say I’m up and coming like I'm fucking in an elevator


Dienstag. Der Tag nach dem Debakel. Geschlafen habe ich nicht besonders gut, oder genug. Haha. (dry laughter) Aber ich habe mich dazu gebracht, darüber zu reden, und mehr Support zurückbekommen, als ich jemals erwartet hätte. Befreundet zu sein mit Personen, die wirklich gut sind darin, Informationen zu sammeln über andere, hat Vorteile bewiesen.

Ich wusste nicht, dass das überhaupt möglich war, am Tag nach dem Debakel darüber zu reden und zu lachen, lachen, lachen.

N. ist gleich zu ihm rübermarschiert und hat eine Unterhaltung über seine Freundin mit ihm geführt. Ihre Eindrücke waren Gold wert. ("I don't think it's very serious, and I think he feels backed up against a wall, because he didn't want people to know about her.") Ich weiss mehr über seine Freundin nach einem Tag nicht mit ihm Reden als nach einer Woche mit ihm Redens (sie kommt aus..., sie hat folgenden Beruf..., sie wird in Frankreich studieren ab September...). Und A. hat - irgendwoher, fragt mich nicht, wie, die Frau ist pure Magie - Details herausgefunden darüber, wie sie sich kennengelernt haben.

Stichwort Tinder.

Ich habe viel gelacht, und wohl auch viel gelästert. Es tat mir überhaupt nicht leid, dass der Herr sich gegen seinen Willen damit abfinden muss, dass jeder weiss, dass er eine Freundin hat (was, übrigens, nicht mein Verdienst war).

Oh, nein. Ganz im Gegenteil. Bitte lass den Herren leiden, Universum.

Das hat mir nur Freude bereitet.

Mittwoch. Ein nicht-so-guter Tag, was erst gar nichts mit ihm zu tun hat. Mittags bei der Chorprobe einen Schwächeanfall (schwarz vor den Augen), aber dafür hat man ja Kollegen, die dich ausschimpfen und zum Dessertregal schieben, da, iss Zucker! I need some sugar, I need something fake.

Arbeit war. Na ja. Langeweile, Frustration, den Nachmittag damit verbracht mein Profil auf LinkedIn zu updaten und "connections" zu finden. Ich mag das so gar nicht, wenn es meiner Arbeit egal ist, ob ich da bin oder nicht.

Aber dann! Afterwork! Mein wöchentlicher Abend des networkings, an dem ich mit möglichst vielen Praktikanten rede. Das ist genau das, was ich brauche! Und hat auch Spass gemacht, für die ersten 2 Stunden, von Tisch zu Tisch huschen, überall hallo sagen und mehr oder weniger belanglose Gespräche führen (die französischen Wahlen, das beste Bier im Laden, ohhhh Käse!).

Dann wurde ich plötzlich still. So ungefähr eineinhalb Stunden in den Event hinein. Die Witze, die die anderen reissen, kommen mir unlustig vor, auf einmal. Und ich vermisse ihn - vermisse das Geplänkel, das wir beide an solchen Abenden austauschen würden, er brachte mich immer so zum Lachen!

Ich sage hallo zu einem, der ist ganz süss, aber, na ja. Eben nicht er. Das sollte ja was Gutes sein - er hat bewiesen, dass sein Liebesleben eine totale Katastrophe ist, mit dem ich nichts zu tun haben will, dankeschön - aber. In dem Moment habe ich ihn vermisst.

Bald darauf bin ich gegangen, und nun. Vermisse ich ihn immer noch. Die Versuchung war so, so gross, ihn anzuschreiben, aber da hab ich mich an der Nase genommen. Nein nein nein nein, das machen wir nicht. Diesem Typen schreiben, der mich auf der Seite aufgezogen hat, einfach so, und mir nicht sagen wollte dass er eine Freundin hat weil das ist ja zu persönlich? Ja? Was?!

Der wird nicht angeschrieben. Nein.

(Aber ich vermisse ihn halt, verdammt. Seinen Humor und unsere Gespräche, mehr als irgendwas sonst.)

Ja. Er ist sowieso dabei, mich zu meiden, wenn ich das richtig interpretiere, also. Soviel zu dieser ach-so-wichtigen Freundschaft, von der er geredet hat. Es ist ein Moment der Schwäche für mich, denn jetzt gerade will ich diese Freundschaft. Aber das kann doch sowieso nicht gutgehen.

Ich will ihn nicht vermissen, verdammt. Das ist eine Verschwendung von Zeit und Gefühlen!

Aber: ich konnte ihn beinahe 2 Tage lang nicht vermissen. Das ist doch immerhin etwas. Oder?
26.4.17 22:32


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